Extremes Unwetter mit Sturzfluten trifft Landshut

Datum: 30. Juni 2021 
Alarmzeit: 21:23 Uhr 
Alarmierungsart: Melder, Sonstiges, Telefon 
Art: THL 

Führung: Stadtbrandrat, Stadtbrandinspektor, 10/1, 10/2
KEZ:
KATS: 63/1
Hauptamtliche Kräfte: 59/1
Löschzüge 1/2 (Stadt): 1/11/1, 1/21/1, 1/30/1, 1/61/1, 2/40/1, 2/58/1, 2/65/1
Löschzug 3 (Achdorf): 3/11/1, 3/30/1, 3/41/1, 3/47/1, 3/52/1, 3/55/1
Löschzug 4 (Rennweg): 4/14/1, 4/41/1, 4/41/2, 4/55/1
Löschzug 5 (Hofberg): 5/11/1, 5/21/1, 5/46/1
Löschzug 6 (Münchnerau): 6/11/1, 6/40/1, 6/41/1
Löschzug 7 (Siedlung): 7/14/1, 7/41/1, 7/46/1
Löschzug 8 (Schönbrunn): 8/41/1, 8/55/1
Löschzug 9 (Frauenberg): 9/11/1, 9/21/1, 9/55/1 
Weitere Kräfte: FF Adlkofen, FF Ergolding, FF Jenkofen, THW Eggenelden, THW Ergolding, THW Freising, THW Landshut 


Einsatzbericht:

Einen Tag nach dem extremen Unwetter kann die Landshuter Feuerwehr eine erste Bilanz ziehen. Alleine im Stadtgebiet von Landshut mussten an die 350 Einsatzstellen abgearbeitet werden. Da die Landshuter Feuerwehr bei dieser Vielzahl an Einsatzstellen mit zum Teil erheblichen Schäden und dementsprechend langen Einsatzdauern personell und auch von den zur Verfügung stehenden Gerätschaften – in erster Linie Pumpen und Wassersauger – an die Kapazitätsgrenzen stieß, wurden zusätzliche Einsatzkräfte der THW Ortsverbände Landshut, Ergolding, Eggenfelden und Freising sowie zahlreicher Freiwilliger Feuerwehren aus dem Landkreis Landshut und dem benachbarten Landkreis Freising angefordert. Einsatzkräfte des BRK bauten noch am späten Abend in der Landshuter Hauptfeuerwache eine Versorgungs- und Verpflegungsstation für alle eingesetzten Kräfte auf. Als Glück im Unglück kann festgehalten werden, dass es nach aktuellem Stand nur zu wenigen leichtverletzten Personen unter der Zivilbevölkerung und zu keinen verletzten Einsatzkräften kam. 
 
In der Nacht konnten schließlich auch die externen Kräfte wieder in ihre Heimat entlassen werden. Die Landshuter Feuerwehr dankt allen Einsatzkräften recht herzlich für die tatkräftige Unterstützung hier in Landshut! Ebenso geht ein großer Dank an das BRK für die Verpflegung sowie generell an THW, Rettungsdienste, Polizei, Bauamtliche Betriebe und Stadtwerke Landshut für die gute und reibungslose Zusammenarbeit. 
 
Einsatzschwerpunkte waren die gesamten Hanglagen von Achdorf über den Hofberg bis hinüber nach Frauenberg, sowie die Innenstadt, Schönbrunn und das Niedermayerviertel wo sich überall richtige Sturzfluten in die Täler ergossen haben. Die Fluten haben dabei auf ihrem Weg von Autos über Papiercontainer, Biotonnen, Baumstämme, Straßenschilder usw. alles mitgerissen, was nicht niet- und nagelfest war und sich dabei auch ihren Weg in diverse Keller, Garagen und Erdgeschosse gebahnt. Weiter wurden diverse Gullydeckel ausgehoben und weggeschwemmt. Dazu wurden gerade in den Hanglagen Kieswege zum Teil vollständig zerstört bzw. weggerissen. Durch Muren und Schlammlawinen wurden dazu diverse Straßenzüge wie zum Beispiel die Frauenberger Straße und die Wildbachstraße komplett verlegt. 
 
Das vorläufige Einsatzende für die Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Landshut ist jetzt aktuell am Mittwoch gegen 20:00 Uhr. Damit endet für die acht Landshuter Löschzüge sowie für den Katastrophenschutzzug und die Kreiseinsatzzentrale, die alle rund 800 Einsätze in Stadt und Landkreis Landshut zusammen mit Stützpunkten in den Feuerwachen koordiniert und begleitet hat, ein fast 24-stündiger Einsatztag, der den allermeisten der gut 350 Einsatzkräfte in Landshut nur sehr wenige Stunden Schlaf vergönnte und alle an die Belastungsgrenzen brachte. Es kann aber nicht ausgeschlossen werden, dass vereinzelt noch weitere Einsatzstellen auftauchen werden. Die Reinigung und Wartung aller eingesetzten Gerätschaften wird nun sicherlich einige Tage in Anspruch nehmen. 
 
Zur Situation auf den Straßen in Landshut bitten wir, sich an die Stadt Landshut zu wenden bzw. die BIWAPP Meldungen zu verfolgen. 
 
Bildrechte: Feuerwehr Landshut
 
Videos: Privat (Die Videos sind von angehörigen der Feuerwehr Landshut)
Die Videos zeigen den Bereich in Achdorf, wo das Rosental auf die Bachstraße trifft
 
 
 
Erstmeldung:
Ein erneutes massives Unwetter hat am Dienstagabend – quasi pünktlich zum Anpfiff des EM Spiels zwischen Deutschland und England – in Landshut für verletzte Personen, massive Schäden und eine immense – zur Stunde (0:00) noch nicht absehbare Zahl an Einsätzen für Feuerwehr und THW gesorgt. Dabei machte den Einsatzkräften erneut der extreme Starkregen zu schaffen. Straßen, die sich in Sturzbäche verwandelten, Schlammmassen, die sich Hänge hinunter stürzten, ganze abrutschende Hänge, vollgelaufene Keller und auch noch mehrere umgestürzte Bäume sorgen für ein nicht mehr enden wollendes Einsatzaufkommen in Stadt und Landkreis Landshut. Hauptschwerpunkte waren dieses Mal der Innenstadtbereich sowie der Landshuter Süden – beginnend in Achdorf, über Hofberg, Moniberg, Haggrainertal, den Bereich Schönbrunn/Wildbachstraße bis hinüber nach Frauenberg. 
 
Besonders dramatisch war die Lage im Bereich der Wildbachstraße, wo Personen aus von den Wassermassen eingeschlossenen PKWs befreit werden mussten. Dabei wurde mindestens eine Person verletzt und in ein Krankenhaus eingeliefert, mehrere Personen erlitten einen Schock. Auch im Rosental stürzte sich wieder eine massive Flutwelle mit Baumstämmen und mitgerissenen Straßenschildern bis zum Rossbach, der dieses Mal die Wassermassen nicht mehr fassen konnte und an mehreren Stellen über die Ufer trat und benachbarte Anwesen überflutete. Mehrere Straßen im Bereich Achdorf, Schönbrunn und Frauenberg sind aktuell und sicherlich auch noch morgen nicht passierbar. 
 
Die Einsatzzahl liegt derzeit in der Stadt Landshut sowie auch in Teilen des Landkreises derart hoch, dass zwischenzeitlich Feuerwehr- und THW Kräfte aus benachbarten Landkreisen in der Region Landshut angefordert wurden. Aktuell liegt die Gesamteinsatzzahl, die über die ehrenamtlichen Kräfte der Kreiseinsatzzentrale Landshut koordiniert wurden, bei über 500. Davon entfallen nach aktuellem Stand rund 230 auf die Stadt und 270 auf den Landkreis Landshut, wo besonders der Gemeindebereich Tiefenbach enorm betroffen war. Die Zahl an Einsatzkräften von Feuerwehr und THW in der Stadt Landshut dürfte in der Spitze im Bereich von etwa 350 gelegen haben. Alle Landshuter Löschzüge sind seit 18:00 gemeinsam mit Kräften des THW aus Landshut, Ergolding und Freising sowie von Feuerwehren aus dem Landkreis Landshut sowie dem Landkreis Freising im Dauereinsatz. 
 
Feuerwehr, THW und Mitarbeiter der bauamtlichen Betriebe sowie der Stadtwerke Landshut haben bereits am späten Dienstagabend mit der Beseitigung der Schäden sowie auch dem Reinigen der Fahrbahnen und Gehwege begonnen, auf Grund der Vielzahl an Einsatzstellen kann sich dies sicherlich noch mehrere Tage hinziehen. 
 
Wichtige Hinweise der Feuerwehr für den Mittwochmorgen:
+ Bitte halten sie sich unbedingt an die aufgestellten Absperrungen
+ Viele Straßen sind massiv beschädigt und unpassierbar
+ Riskieren Sie keine Fahrten in verschlammte Bereiche bzw. in ausgespülten bzw. unterspülten Straßen.
+ Vermeiden Sie grundsätzlich nicht notwendige Fahrten im Stadtgebiet
+ Wägen Sie beim Notruf ab, ob es sich wirklich um einen Einsatz für die Feuerwehren handelt. 
 
Auch OB Alexander Putz und der zweite Bürgermeister Thomas Haslinger machten sich am späten Abend noch ein Bild der Lage und besichtigen einige Einsatzstellen. Eine abschließende Bilanz dürfte frühestens im Laufe des Mittwochvormittags möglich sein. Die Landshuter Feuerwehr dankt an dieser Stelle schon einmal allen Feuerwehren aus dem Landkreis Landshut und dem Landkreis Freising, sowie den THW Kräften aus Landshut, Ergolding und Freising für die gute und schnelle Zusammenarbeit sowie die Unterstützung in Landshut.