Fund einer Fliegerbombe führt zu zweitägigem Großeinsatz der Rettungskräfte

Datum: 8. Mai 2024 um 09:24 Uhr
Alarmierungsart: App, Funk, Melder, Sonstiges, Telefon
Einsatzart: THL
Einsatzort: Nähe Hauptbahnhof
Einheiten und Fahrzeuge:


Einsatzbericht:

Der Fund einer amerikanischen Fliegerbombe aus dem zweiten Weltkrieg in der Nähe des Landshuter Hauptbahnhofs hat am Mittwoch und Donnerstag zu einem zweitägigen Großeinsatz der Rettungskräfte geführt. Die 250 Kilogramm Bombe wurde am Mittwochmorgen bei Arbeiten im Bereich eines Neubaugebietes gefunden. Unmittelbar danach trafen sich die Führungskräfte aller Landshuter Hilfsorganisationen sowie der städtische Katastrophenschutz im gemeinsamen Stabslageraum an der Niedermayerstraße und besprachen das weitere Vorgehen. Nach Abstimmung mit den Fachkräften der Kampfmittelräumung wurde entschieden, die Entschärfung erst am Feiertag (Donnerstag) durchzuführen. Auf Grund der Vielzahl an beteiligten Einsatzkräften und des generell hohen Koordinierungsaufwandes wurde zudem entschieden, für den Einsatz im Rahmen des Artikel 15 des Bayerischen Katastrophenschutzgesetzes einen Örtlichen Einsatzleiter – Stadtbrandrat Sebastian Öllerer – zu bestimmen.

Unmittelbar danach wurde dann mit den Vorarbeiten sowie der Koordinierung der Evakuierung – im 500-Meter-Evakuierungsradius befand sich unter anderem ein Altenheim mit 140 Bewohnern – begonnen. Ab Mittwochnachmittag machten sich dann vier Löschzüge der Landshuter Feuerwehr und das THW Landshut daran, im Evakuierungsradius alle rund 2.300 betroffenen Personen zu Hause aufzusuchen und auf die Räumung des Bereichs am Donnerstag ab 10:00 hinzuweisen. Dies wurde von mehreren Einsatzfahrzeugen mit Lautsprecherdurchsagen begleitet. Dieses Unterfangen war gegen 21:00 beendet. Parallel begannen die Rettungsdienste bereits mit der Planung der Evakuierung des Altenheims am nächsten Morgen sowie der Errichtung eines Ausweichquartiers in der Aula der Berufsschule 1 an der Luitpoldstraße. Ebenso wurde in der Mensa der Hochschule Landshut eine temporäre Unterbringung eines Großteils der Altenheimbewohner vorbereitet. Am nächsten Morgen wurde der Evakuierungsbereich erneut von rund 100 Einsatzkräften der Feuerwehr und 50 Kräften des THW kontrolliert, dabei wurde erneut jedes Anwesen aufgesucht. Parallel wurden die Drohnen von Feuerwehr und THW zur Überwachung des Evakuierungsbereichs aus der Luft eingesetzt. In den allermeisten Fällen hielten sich die Anwohnerinnen und Anwohner an die Weisungen der Einsatzkräfte bzw. hatten das Areal ohnehin bereits verlassen. Bei einigen wenigen uneinsichtigen Personen mussten Kräfte der Polizei zur Unterstützung hinzugezogen werden. Nachdem der gesamte Bereich geräumt war, konnten die Fachkräfte der Kampfmittelräumung mit ihrer Arbeit beginnen und die Bombe schließlich gegen 13:20 entschärfen. Direkt im Anschluss konnten alle Sperrungen aufgehoben werden. 

Seitens der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Landshut waren alleine für den Einsatz am Hauptbahnhof am Mittwoch und Donnerstag jeweils rund 120 Einsatzkräfte mehrerer Löschzüge und Fachgruppen im Einsatz. Weitere rund 50 Kräfte sowie die Freiwillige Feuerwehr Piflas waren mehrere Stunden bei einem parallelen Gefahrguteinsatz an der Konrad-Adenauer-Straße gebunden, ein weiterer Löschzug stellte die Gebietsabsicherung für mögliche weitere Einsätze durch eine Wachbesetzung sicher.  

Zur reibungslosen Abarbeitung des Einsatzes wurden auch bei der Feuerwehr mehrere Führungsebenen und Abschnitte eingeführt. Neben Stadtbrandrat Sebastian Öllerer, der als ÖEL den Gesamteinsatz leitete waren auch Stadtbrandinspektor Martin Dax, Feuerwehreinsatzleiter Christian Köppl sowie IUK Leiter Sebastian Dürschmidt permanent im Stabsraum mit Koordinierungsaufgaben beschäftigt. Zugführer Dominik Pfeffer als leitende Führungskraft übernahm gemeinsam mit den Zugführern der beteiligten Züge die Arbeit vor Ort.

SBR Sebastian Öllerer zog am Ende dann auch ein durchweg positives Fazit des Einsatzes: „Bei aller Anspannung an einem solchen Tag, alle Einsatzkräfte sind mit professioneller Routine dabei – ob an den Haustüren der Anwohner, im Führungsstab, in der Anlaufstelle oder direkt an der Bombe.”

Die Landshuter Feuerwehr möchte sich bei allen eingesetzten Hilfsorganisationen, bei den verschiedenen Sachgebieten der Stadt Landshut – insbesondere beim SG Katastrophenschutz – sowie bei allen beteiligten Behörden und Unternehmen recht herzlich für die gute Zusammenarbeit bedanken. Ein ebenso großer Dank geht an das BRK für die Bereitstellung des Altenheims am Hofberg, an die Hochschule Landshut für die Hochschulmensa, an die Schulleitung der Berufsschule 1 sowie natürlich an die Bevölkerung, die fast alle Verständnis für die Situation hatten und den Weisungen der Einsatzkräfte ohne Verzögerungen nachgekommen sind.