Starkschneefall führt zu zahlreichen Einsätzen wegen Schneebruchs

Datum: 3. Februar 2019 
Alarmzeit: 9:30 Uhr 
Alarmierungsart: Melder, Sonstiges, Telefon 
Art: THL 
Einsatzort: Stadtgebiet Landshut 

Führung: Stadtbrandrat, Stadtbrandinspektor, 10/1, 10/2
KEZ:
Löschzüge 1/2 (Stadt): 1/21/1, 1/61/1, 2/58/1, 2/65/1
Löschzug 3 (Achdorf): 3/11/1, 3/30/1, 3/41/1, 3/55/1
Löschzug 5 (Hofberg): 5/11/1, 5/21/1, 5/46/1
Löschzug 8 (Schönbrunn): 8/41/1, 8/55/1
Löschzug 9 (Frauenberg): 9/11/1, 9/21/1, 9/55/1 
Weitere Kräfte: THW Landshut 


Einsatzbericht:

Ein über den kompletten Sonntag über der Region hängendes Tief mit starkem und vor allem nassen schweren Schnee hat der Landshuter Feuerwehr sowie zahlreichen Feuerwehren des Landkreises Landshut bisher einen arbeitsreichen Sonntag beschert. Soweit die Feuerwehr bisher (Sonntag 21:00) weiß, gab es glücklicherweise keine Personenschäden. 

Gegen 9:30 vormittags erreichen die Landshuter Feuerwehr die ersten Einsätze wegen umgestürzter Bäume bzw. wegen vom Umsturz bedrohter Bäume. Ab dem späten Vormittag häuften sich dann die Alarme und vor allem aus den Waldgebieten im Südosten der Stadt wurden vermehrt überhängende und umgestürzte Bäume gemeldet. Wenig später machte sich Stadtbrandrat Gerhard Nemela zusammen mit weiteren Führungskräften der Feuerwehr sowie mit Verantwortlichen der Bauamtlichen Betriebe der Stadt Landshut ein Bild der verschiedenen Einsatzstellen. Gemeinsam wurde dann entschieden, dass die Gefahr von Schneebruch Vielerorts derart hoch ist und auch ein Beseitigen der vorgefundenen Gefahrenstellen für die Einsatzkräfte nicht ohne eigenes Risiko möglich ist und die Straßen dementsprechend zu sperren sind. Betroffen davon waren die Wildbachstraße zwischen Schloss Schönbrunn und Adlkofen, die LA 14 zwischen Gretlmühle und Wolfsbach, die Zufahrt nach Frauenberg, die alte Bergstraße, das Metzental, die Schönbrunner Straße sowie die B 299 und Teile der Hagrainer Straße sowie des Vogelherds. Im Laufe des Tages konnten die B 299, die alte Bergstraße sowie die Hagrainer Straße und der Vogelherd wieder freigegeben werden. Alle übrigen Straßen sind und bleiben bis Montagvormittag gesperrt. Dann wird durch die Behörden das weitere Vorgehen entschieden. 

Für die Feuerwehr gestaltete sich die Beseitigung einiger Bäume als durchaus schwierig. So musste man im Nahbereich der Bäume teilweise mit weiteren von Schneebruch betroffenen Ästen und Bäumen rechnen, außerdem hingen einige Bäume in schwieriger Lage, so dass ein Umschneiden nicht ohne weiteres möglich war. Gerade der Baum, der von einem Steilhang in der alten Bergstraße abgebrochen war und nach unten in Richtung Fahrbahn hing, musste in mühevoller Kleinarbeit gemeinsam mit dem THW Landshut weggeschnitten werden. In einigen Fällen durfte sich die Feuerwehr glücklicherweise auch über die Unterstützung von Landwirten mit schwerem Gerät wie Frontlader, Seilwinden und Rückewägen freuen. Durch die umstürzenden Bäume wurden auch PKWs sowie Privatanwesen beschädigt. Ein Überblick über die entstandenen Sachschäden liegt der Landshuter Feuerwehr nicht vor. 

Die Rettungskräfte mussten im Laufe des Tages leider auch viele kritische Situationen feststellen, die so nicht notwendig gewesen wären. Unter anderem wurden von Passanten durch Feuerwehr und Straßenbaulastträger aufgestellte Straßensperren wieder zur Seite geräumt. Die Polizei wurde entsprechend informiert. Die Feuerwehr kann hier nur an die Vernunft aller Bürgerinnen und Bürger appellieren, nicht durch solch unüberlegte Aktionen die eigene Gesundheit sowie die anderer Verkehrsteilnehmer zu gefährden. Die Straßen wurden und werden nicht umsonst gesperrt. Stellenweise wurden auch Passanten beobachtet und angesprochen, die trotz eindringlicher Warnungen mit Kindern und Kinderwägen in gesperrte Straßenzüge gingen bzw. in Waldbereichen unterwegs waren. Wenngleich die Schneefälle aktuell am Sonntagabend am Abklingen sind, so ist die Schneelast auf den Bäumen unverändert hoch, die Schneebruchgefahr ist weiter sehr hoch. Bitte meiden Sie daher auch am Montag und in den nächsten Tagen unbedingt den Aufenthalt unter Bäumen sowie in Wäldern. Gehen Sie bitte – trotz der Winteridylle – nicht im Bereich von Bäumen und Wäldern spazieren. Es besteht durch den Schneebruch Lebensgefahr. 

Zur Unterstützung und Koordinierung der Einsätze ist zudem seit etwa 11:00 die Kreiseinsatzzentrale in der Hauptfeuerwache in Betrieb und wird auch noch bis in die Nacht hinein besetzt bleiben. Insgesamt wurden bisher im Stadtgebiet Landshut knapp 50 und im Landkreis Landshut um die 100 Einsätze verzeichnet. Auch im Landkreis sind nach derzeitigem Stand wegen Schneebruchs rund 40 Kreisstraßen gesperrt. Über die Dauer wird jeweils vor Ort nach Sicherheitsaspekten entschieden. Die genaue Einsatzzahl kann erst im Nachgang detailliert erfasst werden. Viele Einsätze, die die Feuerwehren vor Ort von Anwohnern aufgenommen haben bzw. bei der Erkundung selbst festgestellt haben, fehlen in den aktuellen Auswertungen noch. 

Seitens der Feuerwehr Landshut waren neben Stadtbrandrat Gerhard Nemela und Stadtbrandinspektor Martin Dax die Löschzüge Stadt, Achdorf, Hofberg, Schönbrunn und Frauenberg zwischen 10:00 und 20:00 im Einsatz. Dazu war auch das THW Landshut an mehreren Einsatzstellen mit schwerem Gerät unterstützend tätig. Die Polizei unterstützte die Arbeit der Rettungskräfte mit mehreren Streifen.